Die Geschichte der Giggelbatscher



 Viele Menschen glauben noch heute, dass das Mittelalter düster und dunkel war. Dunkel war es tatsächlich, aber meist nur nachts. Und nachts war die Zeit, in der wilde Männer (und Frauen) den finsteren Wald verließen, um die Vorgärten der Konstanzer Bürger zu verwüsten und aus den Hühnerställen Kleinholz zu machen. Die Konstanzer wussten nicht, mit was für Wesen sie es zu tun hatten, deshalb gaben sie ihnen den Namen Giggelbatscher (Giggel = Hahn, Hühnchen; batschen = schlagen, hauen).







 Diese wilden Männer (und Frauen) waren nackt, am ganzen Körper stark behaart und mit übermenschlichen Kräften ausgestattet. Zudem trugen sie meist noch einen Knüppel, Stock oder kleinen Baum (mitsamt Wurzel) mit sich herum.


 Doch mit der Zeit wurde es auch für die Konstanzer zu viel. Sie beschwerten sich beim Grafen über diese (Un-)Wesen. Der Graf lies darauf alle Jäger des Landes kommen, um den Giggelbatschern endlich habhaft zu werden. Man stellte Fallen und Wachen auf, aber trotzdem gelang es ihnen nicht, sie einzufangen. Schließlich half nur noch eine List weiter, ausgedacht von einem jungen Jägersohn.








 Im Ort wurden große, mit Wein oder Bier gefüllte Fässer aufgestellt. Die Giggelbatscher machten sich über die Fässer her, und wie zu erwarten war, konnte man sie bald sturzbetrunken gefangen nehmen und anschließend in den Kerker sperren lassen.



 Über sie wurde dann auch sogleich Gericht gehalten. Verurteilt wurden sie zu einer fünfjährigen Haft, zudem sollen den Verurteilten blutrote Blätz an die Beine genäht werden, auf das sie für alle Zeit und jeden deutlich zu erkennen wären. Auch sollen ihnen Schellen (Glöckchen) angenäht werden, auf beiden Seiten fünf Stück, auf das sie auch zu hören wären.


 Der für diesen Zweck beauftragte Schneider war ein Meister seines Faches. Ausserdem war er einer der mutigsten, und so machte es ihm nichts aus, diese schwere Aufgabe zu erledigen. Als seine Arbeit getan war, wurden die Giggelbatscher alsbald in den Kerker gesperrt. Doch die Zellentüren konnten ihren großen Kräften nicht lange stand halten und so flohen sie wieder in die Finsternis des Waldes.



 Fortan trauten sie sich aber nicht mehr nach Konstanz, waren sie jetzt doch gut zu sehen und zu hören. Und trotz ihrer großen Kräfte waren sie recht scheue Wesen. Doch mit der Zeit färbte der Wald die Blätz wieder in seine Farben, so das sie schließlich nur noch zu hören waren.


 Also liebe Leute, wenn ihr ein Glöckchen hört, könnte es auch ein Giggelbatscher sein.

Unsere Zunft

Die Maske

Unsere kunstvoll geschnitzte Holzmaske stellt einen Wilden Mann dar. Sein uriges Aussehen erhält er durch seine Zähne, den Bart, den spitzen Ohren, den hochgezogenen Augenbrauen und den vielen Falten. Geschnitzt aus Lindenholz von unserem Schnitzer aus dem Schwarzwald.

Des weiteren besteht die Maske aus einem schwarzen , an die Maske genähtem Langhaarfell.

Das Häs

Das Oberteil besteht aus schwarzem Langhaarfell.

Die Hose besitzt 400-600 (je nach Körpergröße) einzeln ausgeschnittene Blätz in den Farben Schwarz, Braun undDunkelgrün, sowie 4 Stück in Bordeauxfarben. An den Seiten sind jeweils 5 Schellen angenäht.

Beides wird von unserer Näherin in mühevoller und tagelanger Arbeit von Hand genäht. Dabei schlägt sie sich so manche Nacht um die Ohren und trinkt so manchen Kaffee.

Das Zubehör

Mit uns tragen wir manchmal einen Stecken, wie ihn Wilde Männer (und Frauen) eben bei sich trugen.

Dabei ist auch eine Felltasche, in der wir vor allem Gutsle drin haben.

Außerdem haben wir Karbatschen dabei, die bei richtiger Anwendung einen Höllenlärm verursachen und dazu dienen, den Winter auszutreiben. Zudem macht es riesigen Spaß.

Eine Rätsche gehört ebenso in unser Repertoire, um beim Wecken oder anderstwo ordentlich Lärm zu machen.

Der Wagen

In Konstanz dabei ist auch unser Wagen.

Das Untergestell stammt ursprünglich von einem Bollerwagen ab, auf den eine stabile Konstruktion von Brettern gebaut wurde. Aus dem Spitzdach ist inzwischen ein Flachdach geworden. An Fastnacht wird er dann noch mit Fastnachtsbändel verziert.

Und wer weiß, vielleicht haben wir auch bald mal einen richtig großen Wagen.

Der Vorstand

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